"Ketsana" überfährt jetzt Kambodscha:
Erste Zerstörungen durch den Tropensturm
- Erste Tote. Behörden melden 30 zerstörte Häuser
- Plus: Philippinen beklagen mehr als 246 Todesopfer

·27. Sept.: "Ketsana"
verwüstet Philippinen
BILDER: Tropensturm überflutet ganz Manila
·Großer Hilfsaufruf für die Philippinen
Rotes Kreuz und Caritas bitten um Unterstützung
Der Taifun "Ketsana" hat auch in Vietnam und Kambodscha Dutzende Menschen das Leben gekostet. Die Zahl der Toten in Südostasien stieg auf insgesamt 331, und die Behörden befürchteten ein weiteres Ansteigen der Opferzahl, da noch immer viele Menschen vermisst werden oder schwer verletzt sind.
Bislang wurden in Vietnam 74 Todesopfer geborgen, aus Kambodscha wurden mindestens elf Tote gemeldet. Auf den Philippinen hatte "Ketsana" mindestens 246 Menschen in den Tod gerissen und die Häuser von mehr als zwei Millionen überflutet. Die Aufräumarbeiten wurden von einem weiteren Sturm über dem Pazifik bedroht, der nach Regierungsangaben auf die Küste treffen könnte.
Die Überschwemmungen haben in Zentral-Vietnam bisher etwa 294.000 Häuser zerstört, etwa 375.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Auch die als Unesco-Weltkulturerbe geltenden alten Häuser in Hoi An wurden überschwemmt. Dort konnten man sich nur noch in Booten fortbewegen.
"Es gab hier schon viele Stürme und Überschwemmungen, aber dieses Mal kommt beides zusammen", sagte ein Bewohner der Stadt, Le Xuan Toan, während er auf dem Dach seines in den Fluten stehenden Hauses ausharrte. Touristen, die zeitweise in öffentlichen Gebäuden untergebracht waren, konnten wieder in ihre Hotels zurückkehren. Einige von ihnen halfen auch bei den Aufräumarbeiten auf den Straßen.
"Ketsana" auch auf der Agenda in Bangkok
Währenddessen wurde "Ketsana" zu einem Thema bei Klimaverhandlungen in Bangok. "Ketsana ist ganz klar eine Beweis für die folgenschwere weltweite Tatenlosigkeit gegen den Klimawandel", sagte der philippinische Unterhändler Heherson Alvarez. Der Sturm war am Wochenende über die Philippinen hinweggefegt, wo 375.000 Menschen aus ihren Häusern flüchten mussten und 180.000 Tonnen der bevorstehenden Reisernte zerstört wurden. (apa/red)
