Freitag, 9. Oktober 2009

Ein Stelldichein der Medienmacher: Auf der
Medienmesse gab es Debatten & Erkenntisse

  • Prominenz der Branche auf der Fachmesse vertreten
  • Onlinewerbung als Gewinner der Wirtschaftskrise

Wie macht sich die Medienbranche in der Krise und wohin geht die Entwicklung? Die Medienmesse brachte auch heuer wieder Erkenntnisse über den rapiden Fortschritt der Branche auf den Punkt. Die Herausforderungen aus der Wirtschafts- und Werbekrise waren dabei ebenso Thema wie die Möglichkeiten und Fragen, die neue Medien weiterhin aufwerfen werden. Vom 7. bis 9. Oktober konnten sich in jedem Fall auch in diesem Jahr Tausende Besucher wieder ein Bild davon machen, wie es um Medien und Kommunikationsbranche bestellt ist.

Denn die Entwicklung der neuen Medien - allen voran des Internet - geht auch während und nach der Krise weiter. Spannung versprach daher speziell die Podiumsdebatte bedeutender heimischer Chefredakteure und Blattmacher wie NEWS-Verlagschef Oliver Voigt, oder Österreich-Boss Wolfgang Fellner. Auch wenn viele Fragen strittig sind, so war man sich in einem Punkt doch einig: Das Medium Internet befindet sich noch in einer Trial'n'Error-Phase. Erst gilt es, zu probieren, um zu wissen, was auch in Zukunft Erfolg haben wird.

Onlinewerbung als Gewinner
Mit Erfolg konnte sich in jedem Fall die Onlinewerbung im letzten Jahr behaupten: Sie gehörte zu den Gewinnern der Wirtschaftskrise, leidet aber immer noch an zu geringer Akzeptanz der Werbeplaner: Heuer habe Internet-Advertising "rein quantitätsmäßig gewonnen", stellte etwa Matthias Ehrlich von United Internet Media bei einer Podiumsdiskussion bei den Medientagen fest. Allerdings werde online vor allem dafür genutzt, möglichst billig zu werben, ein qualitativer Zugang fehle. Unterm Strich liege der Bereich immer noch im einstelligen Bereich der Werbeausgaben, monierte auch Petra Höfer von der ORF Enterprise.

ORF bringt Video on Demand
In Höfers Haus wird indes fiebrig an einer Video on Demand-Lösung gearbeitet. Auf der sogenannten TVthek (tvthek.orf.at) sollen künftig rund 70 Sendungen zu jeder beliebigen Uhrzeit abrufbar sein, so ORF-Online-Direktor Thomas Prantner. Starten soll das Service nach Abschluss des EU-Verfahrens, was Ende November, Anfang Dezember der Fall sein dürfte, wie Prantner sagte.

Für sieben Tage nach der Erstausstrahlung im Fernsehen werden Nachrichtensendungen, ORF-Magazine und andere Inhalte auf der "TVthek" abrufbar sein. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt "aus Kosten- und rechtlichen Gründen" auf öffentlich-rechtlichen Programmen, erläuterte Prantner. Hollywood-Filme und US-Serien werden ihren Weg nicht auf das Portal finden.

Verlage bündeln Ressourcen
Für Verlage ist Ressourcen bündeln und Kooperationen suchen das Gebot der Stunde. Alleingänge bei Druck, Logistik und Vertrieb seien heutzutage nicht mehr leistbar, waren sich die Spitzen heimischer Verlagshäuser einig. Aber auch im journalistischen Bereich seien etwa bei Großereignissen oder gewissen Themengebieten Kooperationen sinnvoll, meinte Hermann Petz, Vorstandsvorsitzender der Moser Holding. Das Ziel heißt: "Mehr Qualität für die gleichen Kosten." Peter Kropsch, Geschäftsführer der APA, betonte, die Branche erlebe derzeit "eine Renaissance genossenschaftlichen Handelns", in der man versucht, möglichst viele Dinge gemeinsam zu lösen.

Das stellte die Branche auch auf Medienmesse und Medientagen unter Beweis: Das Networking gelang auch heuer wieder nicht zuletzt auf Business After Party, auf der das Verlagshaus NEWS zum Oktoberfest lud. Bei so viel positiver Stimmung darf man schon gelassener auf die kommenden Monate blicken, die noch unter dem Eindruck eines schwierigen Marktumfelds stehen dürfen. Und wer weiß - vielleicht ist bei der nächstjährigen Medienmesse dann schon wieder Jubelstimmung angesagt.

(red)

www.medienmesse.at

9.10.2009 16:16